Bücher zum Fest

aus einer Presseerklärung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels über das Weihnachtsgeschäft:

“Unangefochten auf Platz eins der meistgenannten Titel in der Warengruppe Belletristik ist Ken Folletts “Sturz der Titanen” (Lübbe). Auch der All Age-Titel “Smaragdgrün” von Kerstin Gier (Arena) verkaufte sich sehr gut. Continue reading

Stephen Spender not available

Kurz vor seinem Tod veröffentlichte der britische Lyriker Stephen Spender einen Roman, den er als junger Mann geschrieben hatte, sein literarisches Debut: “The Temple”, der Roman erschien dann auch in deutscher Sprache unter dem Titel “Der Tempel”. Derzeit ist die Originalausgabe in den USA erhältlich, in England und in Deutschland nicht. Unsere Anfrage nach den deutschen Rechten wurde kommentarlos mit dem Satz beschieden, diese Rechte seien “not available”. Continue reading

Bisschen Begeisterung gefällig?

Wir haben festgestellt: es gibt keine sachgerechte Literaturförderung in Deutschland, sei es nun Autorenförderung, Verlagsförderung oder Buchhandelsförderung. Andere Kunstgattungen funktionieren anders, Film und Theater ist komplett subventioniert, die Bildende Kunst ist ein rein kommerzielles Geschäft geworden: Künstler sind Investitionsobjekte, daneben gibt es einen selbstfinanzierten Kunstbetrieb, der an Selbstausbeutung jeden armen Poeten weit in den Schatten stellt – Continue reading

Entstehungsbedingungen …

Dieses Thema braucht keinen Anlaß.

Ich habe trotzdem einen. Meiner ist, daß ich eben die Lektüre von Wolfgang Kuhoff, Diokletian und die Epoche der Tetrarchie angefangen habe. Warum ich das lese? Wer liest sowas? Wer interessiert sich für sowas? Noch dazu ein 1000-Seiten-Werk: Wer gibt dafür Geld aus?? Herzlich wenige, und so hat die Wissenschaftliche Buchgesellschaft seinerzeit abgewunken, als Kuhoff das Buch veröffentlichen wollte (als sie den Umfang gesehen hat und wohl die Druckkosten mit dem späteren Buchpreis und dann mit den notwendigen Käuferzahlen und der bei so einem Thema zu erwartenden Käuferzahl verglichen hat), und so hat Kuhoff es bei Peter Lang (2001) gemacht. Continue reading

Buchmesse in Kleinanzeigen

Zum zweiten Mal bietet die FAZ in diesem Jahr den Messebesuchern eine kostenlose Messezeitung, die an den Eingängen verteilt wird. Es ist verdammt schwer, etwas irgendwie wahres über den höchst eigenartigen Kommerzrummel der Buchmesse zu sagen, deshalb hat es mir dieses mal an meinen drei Messetagen die Laune gerettet, diese erstaunlich freche und kluge Zeitung zu lesen. Wie sehr es mich gefreut hat dokumentiere ich dadurch, dass ich allen Ernstes eine Reihe falscher Kleinanzeigen abgetippt habe, um sie hier zu verewigen. Continue reading

Bauklötze aus Pferdeäpfeln

Mario Fuhse über Peer Hultberg – Selbstbiographie und Brief

Tief hinein in den hintersten Winkel des Gartens hat sich der junge Peer zum autistischen Spiel zurückgezogen. Sein Versteck birgt ihn und die von ihm gesammelten und getrockneten Pferdeäpfel, welche er, nach langem mehrseitigem Beschleifen zu Bausteinen geworden, ganz kreativer Baumeister, zu einer neuen Welt türmt, einer Welt aus Totenhäusern.
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