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	<title>Kommentare f&#252;r Schwule Literatur</title>
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	<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 13:04:12 +0000</pubDate>
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		<title>Kommentar zu Hei&#223;e Schokolade oder wei&#223;es Fleisch? Rachid O. endlich auf deutsch von Joachim+Johanna</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/343/heisse-schokolade-oder-weisses-fleisch-rachid-o-endlich-auf-deutsch/comment-page-1/#comment-131430</link>
		<dc:creator>Joachim+Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:07:34 +0000</pubDate>
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		<description>einfach bei gaybooks.de bestellen - kostet 9,90</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>einfach bei gaybooks.de bestellen - kostet 9,90</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Hei&#223;e Schokolade oder wei&#223;es Fleisch? Rachid O. endlich auf deutsch von Sven</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/343/heisse-schokolade-oder-weisses-fleisch-rachid-o-endlich-auf-deutsch/comment-page-1/#comment-131429</link>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 10:14:17 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo!

Das klingt gut. Wie lautet die ISBN und wie viel kostet es?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo!</p>
<p>Das klingt gut. Wie lautet die ISBN und wie viel kostet es?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Retro wozu? Etwas Schaumschl&#228;gerei von Olivier Bouillère von Thommen, Peter</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/340/retro-wozu-etwas-schaumschlaegerei-von-olivier-bouillere/comment-page-1/#comment-129843</link>
		<dc:creator>Thommen, Peter</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:52:12 +0000</pubDate>
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		<description>In der Schweiz war bis in die 80er Jahre hinein Homosex total verboten. 
Seit 1992 sind allgemein sexuelle Darstellungen mit Gewalt Ausscheidungen, Tieren, sowie mit Kindern unter 16 Jahren verboten. ("harte Pornografie")
Nur um zu zeigen, wie relativ das ganze ist. Aber meist wird auch &#252;bersehen, dass es vor allem um Politik und Gesellschaftspolitik geht, weil die Juristerei dem meist nicht zugeordnet wird, sondern als "Fachbereich" gilt...

Sexuelle Handlungen aber mit Tieren ist zB nicht im Strafgesetz erw&#228;hnt, aber in irgendeiner Tierschutzverordnung...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In der Schweiz war bis in die 80er Jahre hinein Homosex total verboten.<br />
Seit 1992 sind allgemein sexuelle Darstellungen mit Gewalt Ausscheidungen, Tieren, sowie mit Kindern unter 16 Jahren verboten. (&#8221;harte Pornografie&#8221;)<br />
Nur um zu zeigen, wie relativ das ganze ist. Aber meist wird auch &#252;bersehen, dass es vor allem um Politik und Gesellschaftspolitik geht, weil die Juristerei dem meist nicht zugeordnet wird, sondern als &#8220;Fachbereich&#8221; gilt&#8230;</p>
<p>Sexuelle Handlungen aber mit Tieren ist zB nicht im Strafgesetz erw&#228;hnt, aber in irgendeiner Tierschutzverordnung&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Freude f&#252;r Wunnicke-Fans: &#8220;Nagasaki, ca. 1642&#8243; von Martin Leopold</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/337/freude-fuer-wunnicke-fans-nagasaki-ca-1642/comment-page-1/#comment-129830</link>
		<dc:creator>Martin Leopold</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 19:36:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.schwule-literatur.de/?p=337#comment-129830</guid>
		<description>Oh je, das t&#228;te mir leid, wenn wir wegen einem Detail jetzt von der wirklichen Freude zur &#220;berwindung des Ekels gelangt w&#228;ren.

(Mit "relevant" hatte ich nur gemeint, dass "uns", oder besser wahrscheinlich mir, Themen wie Versprechen und Verrat nahe gehen k&#246;nnen. Dass ich damit Erfahrungen verbinde, mit den Konventionen der Rache im Japan des 17. Jahrhunderts aber nicht. Der Herr Seki wirkte auf mich jetzt nicht so, als ob er mit Lust - sozusagen mit der Vendetta-Arie des Bartolo aus Figaros Hochzeit im Ohr - an die Rache ginge, sondern der tut halt schweren und traurigen Herzens und in aller ehrenwerten Selbstzerfleischung, was er zu m&#252;ssen glaubt. Das war zumindest mein Eindruck beim Lesen, ich glaub anders h&#228;tte ich ihn weniger gemocht. Aber was wei&#223; ich? Der l&#228;sst sich ja nicht in die Karten schauen.)

Dass Wunnicke-Texte gerne mal in anderen Welten spielen, die dann schon auch mal ihre eigenen Regeln und R&#228;tsel (und Gespenster) haben, mag ich. Macht doch auch Lust, sich &#252;ber die Royal Society oder die Niederl&#228;ndische Ostindien-Kompanie schlau zu machen, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Oh je, das t&#228;te mir leid, wenn wir wegen einem Detail jetzt von der wirklichen Freude zur &#220;berwindung des Ekels gelangt w&#228;ren.</p>
<p>(Mit &#8220;relevant&#8221; hatte ich nur gemeint, dass &#8220;uns&#8221;, oder besser wahrscheinlich mir, Themen wie Versprechen und Verrat nahe gehen k&#246;nnen. Dass ich damit Erfahrungen verbinde, mit den Konventionen der Rache im Japan des 17. Jahrhunderts aber nicht. Der Herr Seki wirkte auf mich jetzt nicht so, als ob er mit Lust - sozusagen mit der Vendetta-Arie des Bartolo aus Figaros Hochzeit im Ohr - an die Rache ginge, sondern der tut halt schweren und traurigen Herzens und in aller ehrenwerten Selbstzerfleischung, was er zu m&#252;ssen glaubt. Das war zumindest mein Eindruck beim Lesen, ich glaub anders h&#228;tte ich ihn weniger gemocht. Aber was wei&#223; ich? Der l&#228;sst sich ja nicht in die Karten schauen.)</p>
<p>Dass Wunnicke-Texte gerne mal in anderen Welten spielen, die dann schon auch mal ihre eigenen Regeln und R&#228;tsel (und Gespenster) haben, mag ich. Macht doch auch Lust, sich &#252;ber die Royal Society oder die Niederl&#228;ndische Ostindien-Kompanie schlau zu machen, oder?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Freude f&#252;r Wunnicke-Fans: &#8220;Nagasaki, ca. 1642&#8243; von Joachim + Johanna</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/337/freude-fuer-wunnicke-fans-nagasaki-ca-1642/comment-page-1/#comment-129827</link>
		<dc:creator>Joachim + Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 14:40:05 +0000</pubDate>
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		<description>Ob es nun um Rache geht oder um das Versprechen, den Tod zu r&#228;chen, k&#246;nnte eine Spiegelfechterei sein, auch sehr japanisch! Meine bescheidene Beanstandung besteht darin, dass die Beschreibung der Winkelz&#252;ge des Herrn Seki, sobald es um Rache f&#252;r seinen toten Freund geht, nicht sehr interessant ist, da mag sein Versprechen etc. noch so "relevant" sein - Relevanz (wof&#252;r?) macht einen Text weder besser noch schlechter, sondern bestenfalls relevanter ...
Falls Volker damit recht hat, dass "Nagasaki, ca. 1642" nach japanischem Muster "gestrickt" ist - was ich Christine Wunnicke sofort zutraue -, so bin ich trotzdem kein japanischer Leser, sprich: das Japanische an der Machart kann mich literaturtheoretisch interessieren, ohne mich dabei als Leser positiv zu beeindrucken. Vor zwanzig Jahren kamen (echte) chinesische Kriminalromane auf den Markt, die die Besonderheit aufweisen, den Vollzug der Strafe ebenso ausf&#252;hrlich zu beschreiben wie Tat und Ermittlung. Das fand ich pers&#246;nlich ebenfalls langweilig, und ganz offensichtlich hat sich diese importierte Schreibweise hier nicht durchgesetzt. Authentische chinesische K&#252;che soll &#252;brigens, anders als das Zeug, was man hier in solchen Restaurants kriegt, f&#252;r Europ&#228;er ziemlich ungenie&#223;bar sein - muss man in dem Fall den Ekel &#252;berwinden, der Relevanz zuliebe? N&#246;, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ob es nun um Rache geht oder um das Versprechen, den Tod zu r&#228;chen, k&#246;nnte eine Spiegelfechterei sein, auch sehr japanisch! Meine bescheidene Beanstandung besteht darin, dass die Beschreibung der Winkelz&#252;ge des Herrn Seki, sobald es um Rache f&#252;r seinen toten Freund geht, nicht sehr interessant ist, da mag sein Versprechen etc. noch so &#8220;relevant&#8221; sein - Relevanz (wof&#252;r?) macht einen Text weder besser noch schlechter, sondern bestenfalls relevanter &#8230;<br />
Falls Volker damit recht hat, dass &#8220;Nagasaki, ca. 1642&#8243; nach japanischem Muster &#8220;gestrickt&#8221; ist - was ich Christine Wunnicke sofort zutraue -, so bin ich trotzdem kein japanischer Leser, sprich: das Japanische an der Machart kann mich literaturtheoretisch interessieren, ohne mich dabei als Leser positiv zu beeindrucken. Vor zwanzig Jahren kamen (echte) chinesische Kriminalromane auf den Markt, die die Besonderheit aufweisen, den Vollzug der Strafe ebenso ausf&#252;hrlich zu beschreiben wie Tat und Ermittlung. Das fand ich pers&#246;nlich ebenfalls langweilig, und ganz offensichtlich hat sich diese importierte Schreibweise hier nicht durchgesetzt. Authentische chinesische K&#252;che soll &#252;brigens, anders als das Zeug, was man hier in solchen Restaurants kriegt, f&#252;r Europ&#228;er ziemlich ungenie&#223;bar sein - muss man in dem Fall den Ekel &#252;berwinden, der Relevanz zuliebe? N&#246;, oder?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Freude f&#252;r Wunnicke-Fans: &#8220;Nagasaki, ca. 1642&#8243; von Martin Leopold</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/337/freude-fuer-wunnicke-fans-nagasaki-ca-1642/comment-page-1/#comment-129826</link>
		<dc:creator>Martin Leopold</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 13:58:31 +0000</pubDate>
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		<description>Ich finde auch, dass das Buch "eine wirklich gro&#223;e Freude" ist und hoffe, dass es viele Leser finden wird.

Zur "Rache": Ich glaube gar nicht, dass die Probleme des Herrn Seki irgendetwas mit Rachsucht zu tun h&#228;tten (nicht einmal, wenn das kulturell-altjapanisch erkl&#228;rbar w&#228;re: meine G&#252;te, Herr Seki pfeift doch auf Konventionen), sondern eher mit Versprechen und Verrat. Und das finde ich alles schon sehr, sehr relevant und gar nicht langweilig oder bl&#246;d.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde auch, dass das Buch &#8220;eine wirklich gro&#223;e Freude&#8221; ist und hoffe, dass es viele Leser finden wird.</p>
<p>Zur &#8220;Rache&#8221;: Ich glaube gar nicht, dass die Probleme des Herrn Seki irgendetwas mit Rachsucht zu tun h&#228;tten (nicht einmal, wenn das kulturell-altjapanisch erkl&#228;rbar w&#228;re: meine G&#252;te, Herr Seki pfeift doch auf Konventionen), sondern eher mit Versprechen und Verrat. Und das finde ich alles schon sehr, sehr relevant und gar nicht langweilig oder bl&#246;d.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Retro wozu? Etwas Schaumschl&#228;gerei von Olivier Bouillère von Joachim + Johanna</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/340/retro-wozu-etwas-schaumschlaegerei-von-olivier-bouillere/comment-page-1/#comment-129824</link>
		<dc:creator>Joachim + Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:34:16 +0000</pubDate>
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		<description>Wir haben vor kurzem mit den Arbeiten an einem Sachbuch / Sammelband &#252;ber das "Ph&#228;nomen Pornografie" begonnen, ich hoffe, wir werden dort einige der aufgeworfenen Fragen kl&#228;ren k&#246;nnen. Das Problem ist, dass es im Grunde nur einen juristischen Pornografiebegriff gibt, und der ist extrem liberal, s. die Verweigerung des Gerichts, die Hauptverhandlung gegen uns wegen Verbreitung von Kinderpornografie &#252;berhaupt zu er&#246;ffnen. (Der Beschluss m&#252;sste auf der "Kaden/Murat"-Seite stehen.) Aber Gott und die Welt reden st&#228;ndig von Pornografie, mal lobend, mal tadelnd, und die Kriterien werden nach Belieben hin und her geschoben. Der alte Begriff daf&#252;r war &#252;brigens "Schmutz und Schund", der ist ehrlicher, finde ich.
Vielen Dank auch f&#252;r den Hinweis auf die Analogien zum literarischen "Aufgeilen", diesen Aspekt hatte ich bisher noch nicht auf dem Zettel!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben vor kurzem mit den Arbeiten an einem Sachbuch / Sammelband &#252;ber das &#8220;Ph&#228;nomen Pornografie&#8221; begonnen, ich hoffe, wir werden dort einige der aufgeworfenen Fragen kl&#228;ren k&#246;nnen. Das Problem ist, dass es im Grunde nur einen juristischen Pornografiebegriff gibt, und der ist extrem liberal, s. die Verweigerung des Gerichts, die Hauptverhandlung gegen uns wegen Verbreitung von Kinderpornografie &#252;berhaupt zu er&#246;ffnen. (Der Beschluss m&#252;sste auf der &#8220;Kaden/Murat&#8221;-Seite stehen.) Aber Gott und die Welt reden st&#228;ndig von Pornografie, mal lobend, mal tadelnd, und die Kriterien werden nach Belieben hin und her geschoben. Der alte Begriff daf&#252;r war &#252;brigens &#8220;Schmutz und Schund&#8221;, der ist ehrlicher, finde ich.<br />
Vielen Dank auch f&#252;r den Hinweis auf die Analogien zum literarischen &#8220;Aufgeilen&#8221;, diesen Aspekt hatte ich bisher noch nicht auf dem Zettel!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Retro wozu? Etwas Schaumschl&#228;gerei von Olivier Bouillère von Stefan Broniowski</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/340/retro-wozu-etwas-schaumschlaegerei-von-olivier-bouillere/comment-page-1/#comment-129822</link>
		<dc:creator>Stefan Broniowski</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 06:58:54 +0000</pubDate>
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		<description>K&#246;nnte man also von "reiner Pornographie" dann sprechen, wenn gleichsam ein Pakt zwischen Autor und Leser vorliegt, die Darstellung so zu beschr&#228;nken und die Wahrnehmung so zu lenken, dass (je nach Vorliebe) optimale Aufgeilung m&#246;glich ist? Das w&#228;re dann wohl Wichsliteratur im weiteren Sinne.

Die aber ist ohnehin selten bis nie Gegenstand der Kontroverse. Meist geht es ja darum, ob ein bestimmter belletristischer Text AUCH pornographisch ist - und deshalb minderen Wertes. Wenn aber der oben genannte "Pakt" gar nicht vorliegt, also gar kein stimulatorischer Gebrauchswert verabredet ist, was unterscheidet dann pornographische von nichtpornographischen Darstellungen als sexuell qulaifizierter Ph&#228;nomene? W&#228;re n&#228;mlich blo&#223; das Moment des - vom Autor intendierten und seinem Text objektiv eingeschriebenen - Aufgeilens des Lesers ein Kriterium, damit Pornographie vorliegt, was ist dann davon zu halten, wenn das Aufgeilen als Teil eines &#228;sthetischen Konzepts vermutet werden darf, so wie das doch auch beim Erschrecken, Erheitern, Traurigstimmen usw. der Fall sein kann?

Sind nicht vielleicht einfach die Alternativen falsch: entweder porongraphisch oder k&#252;nstlerisch, entweder pornographisch oder moralisch? Irgendwas l&#228;uft da doch immer schief in der althergebrachten Debatte um &#196;sthetik und Schr&#228;gstrich oder Ethik.

(Nebenbei: Dass Krimileser sich f&#252;r gew&#246;hnlich am Morden nicht sexuell erregen, mag durchaus sein. Aber als Krimi-Nichtleser stelle ich mir doch immer vor, dass es da irgendeine - dann eben nichtsexuelle - Faszination von T&#246;tungsdelikten geben muss, die mir entgeht. Den allermeisten Lesern fehlte an Kriminalgeschichten, die blo&#223; "F&#228;lschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken f&#252;r Euroschecks" (§ 152b StGB) handeln, seien sie noch so kunstvoll erz&#228;hlt, wohl doch der richtige Kick.)

Der Verweis auf Kazettsex deutet &#252;brigens auf noch etwas Wichtiges. Von Pornographie ist ja besonders gern dann vorwurfsvoll die Rede, wenn Art und Umst&#228;nde sexueller Bet&#228;tigung eine Abweichung von den Normen des &#252;blichen Geschmacks oder gar der geltenden Rechtsordnung darstellen. Insofern sind "kulturell besonders aufgeladene Themen" aus der (nicht gebrauchstextlichen) "Pornographie" vielleicht gar nicht herauszuhalten, weil ihr Vorkommen den Pornographievorwurf &#252;berhaupt erst ausl&#246;st bzw. erheblich macht. Schwuler Sex war bekanntlich als literarisches Thema vor kaum 50 Jahren in der &#246;ffentlichen und ver&#246;ffentlichten Meinung in jedem Falle Schweinkram, also Pornographie. Derzeit ist es eben anderes, das "so nicht geht".

Nun kann man zwar gewiss die jeweils hier und heute geltende rechtliche oder geschmackliche Wertordnung (um 2010 in Mitteleuropa u.a.: kein Kazettsex, kein Sex mit Kindern) nicht ignorieren, aber Diskussionen &#252;ber Literatur k&#246;nnen ihr doch auch nicht ihre Ma&#223;st&#228;be entnehmen, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>K&#246;nnte man also von &#8220;reiner Pornographie&#8221; dann sprechen, wenn gleichsam ein Pakt zwischen Autor und Leser vorliegt, die Darstellung so zu beschr&#228;nken und die Wahrnehmung so zu lenken, dass (je nach Vorliebe) optimale Aufgeilung m&#246;glich ist? Das w&#228;re dann wohl Wichsliteratur im weiteren Sinne.</p>
<p>Die aber ist ohnehin selten bis nie Gegenstand der Kontroverse. Meist geht es ja darum, ob ein bestimmter belletristischer Text AUCH pornographisch ist - und deshalb minderen Wertes. Wenn aber der oben genannte &#8220;Pakt&#8221; gar nicht vorliegt, also gar kein stimulatorischer Gebrauchswert verabredet ist, was unterscheidet dann pornographische von nichtpornographischen Darstellungen als sexuell qulaifizierter Ph&#228;nomene? W&#228;re n&#228;mlich blo&#223; das Moment des - vom Autor intendierten und seinem Text objektiv eingeschriebenen - Aufgeilens des Lesers ein Kriterium, damit Pornographie vorliegt, was ist dann davon zu halten, wenn das Aufgeilen als Teil eines &#228;sthetischen Konzepts vermutet werden darf, so wie das doch auch beim Erschrecken, Erheitern, Traurigstimmen usw. der Fall sein kann?</p>
<p>Sind nicht vielleicht einfach die Alternativen falsch: entweder porongraphisch oder k&#252;nstlerisch, entweder pornographisch oder moralisch? Irgendwas l&#228;uft da doch immer schief in der althergebrachten Debatte um &#196;sthetik und Schr&#228;gstrich oder Ethik.</p>
<p>(Nebenbei: Dass Krimileser sich f&#252;r gew&#246;hnlich am Morden nicht sexuell erregen, mag durchaus sein. Aber als Krimi-Nichtleser stelle ich mir doch immer vor, dass es da irgendeine - dann eben nichtsexuelle - Faszination von T&#246;tungsdelikten geben muss, die mir entgeht. Den allermeisten Lesern fehlte an Kriminalgeschichten, die blo&#223; &#8220;F&#228;lschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken f&#252;r Euroschecks&#8221; (§ 152b StGB) handeln, seien sie noch so kunstvoll erz&#228;hlt, wohl doch der richtige Kick.)</p>
<p>Der Verweis auf Kazettsex deutet &#252;brigens auf noch etwas Wichtiges. Von Pornographie ist ja besonders gern dann vorwurfsvoll die Rede, wenn Art und Umst&#228;nde sexueller Bet&#228;tigung eine Abweichung von den Normen des &#252;blichen Geschmacks oder gar der geltenden Rechtsordnung darstellen. Insofern sind &#8220;kulturell besonders aufgeladene Themen&#8221; aus der (nicht gebrauchstextlichen) &#8220;Pornographie&#8221; vielleicht gar nicht herauszuhalten, weil ihr Vorkommen den Pornographievorwurf &#252;berhaupt erst ausl&#246;st bzw. erheblich macht. Schwuler Sex war bekanntlich als literarisches Thema vor kaum 50 Jahren in der &#246;ffentlichen und ver&#246;ffentlichten Meinung in jedem Falle Schweinkram, also Pornographie. Derzeit ist es eben anderes, das &#8220;so nicht geht&#8221;.</p>
<p>Nun kann man zwar gewiss die jeweils hier und heute geltende rechtliche oder geschmackliche Wertordnung (um 2010 in Mitteleuropa u.a.: kein Kazettsex, kein Sex mit Kindern) nicht ignorieren, aber Diskussionen &#252;ber Literatur k&#246;nnen ihr doch auch nicht ihre Ma&#223;st&#228;be entnehmen, oder?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Retro wozu? Etwas Schaumschl&#228;gerei von Olivier Bouillère von Joachim + Johanna</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/340/retro-wozu-etwas-schaumschlaegerei-von-olivier-bouillere/comment-page-1/#comment-129815</link>
		<dc:creator>Joachim + Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 12:18:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.schwule-literatur.de/?p=340#comment-129815</guid>
		<description>Von H. M. Enzensberger stammt der kluge Satz, die Bewusstseinsindustrie setze ein individuelles Bewusstsein voraus, weshalb sie auch erst in modernen Gesellschaften zu finden sei. Pornografie, w&#252;rde ich fortspinnen, setzt erotische und/ oder sexuelle Fantasien voraus, greift sie auf und reichert sie an. Es w&#228;re wohl unm&#246;glich, mich durch pornografische Literatur vom Reiz weiblicher K&#246;rper zu &#252;berzeugen, das stellt sich Paul Schulz wohl etwas zu einfach vor. Verf&#252;hrungstheorien sind m.W. nicht mehr so ganz auf der H&#246;he der Zeit. 
Allerdings ist es in den meisten F&#228;llen schon m&#246;glich festzustellen, worauf ein literarischer Text oder eine Fotografie etc. hinaus will, worauf er die Aufmerksamkeit des Lesers, Betrachters etc. lenkt - das Lenken der Wahrnehmung des Rezipienten ist schlie&#223;lich eine der Funktionen &#228;sthetischer Gestaltung. Es gen&#252;gt jedoch nicht, eine Bem&#228;chtigungsfantasie zu behaupten, da w&#252;rde ich schon gern den einen oder anderen Beleg sehen - selbst nachvollziehen kann ich diese Behauptung leider weiterhin nicht.
Was ist und was darf Pornografie? Wenn man sagt, dass pornografische Darstellungen insofern weniger komplex sind als andere Werke der jeweiligen Kunstgattung, als sie sich auf die sexuelle Erregung des Rezipienten beschr&#228;nken, dann k&#246;nnte man sich evtl. darauf einigen, kulturell zu einem gegebenen Zeitpunkt besonders aufgeladene Themen aus der Pornografie herauszuhalten. KZ-Sex z.B. findet wohl nur in den USA ein begeistertes Publikum, sowas gilt hier m.E. zu Recht als geschmacklos. Im Krimi geilt sich wohl nur ein kleiner Teil des Publikums am blutigen Abschlachten der Opfer sexuell auf, und auf jeden Fall ist die Darstellung in der Regel nicht auf sexuelle Erregung ausgerichtet. Da liegt ein Unterschied. 
Ich muss sagen, dass Humbert Humbert den sexuellen Verkehr mit minderj&#228;hrigen M&#228;dchen sowohl als erstrebenswert wie auch als leicht zug&#228;nglich darstellt, so etwas habe ich anderswo kaum je gelesen. Weshalb "Lolita" in Europa nie in Verdacht geriet, ist ein wahres Wunder.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Von H. M. Enzensberger stammt der kluge Satz, die Bewusstseinsindustrie setze ein individuelles Bewusstsein voraus, weshalb sie auch erst in modernen Gesellschaften zu finden sei. Pornografie, w&#252;rde ich fortspinnen, setzt erotische und/ oder sexuelle Fantasien voraus, greift sie auf und reichert sie an. Es w&#228;re wohl unm&#246;glich, mich durch pornografische Literatur vom Reiz weiblicher K&#246;rper zu &#252;berzeugen, das stellt sich Paul Schulz wohl etwas zu einfach vor. Verf&#252;hrungstheorien sind m.W. nicht mehr so ganz auf der H&#246;he der Zeit.<br />
Allerdings ist es in den meisten F&#228;llen schon m&#246;glich festzustellen, worauf ein literarischer Text oder eine Fotografie etc. hinaus will, worauf er die Aufmerksamkeit des Lesers, Betrachters etc. lenkt - das Lenken der Wahrnehmung des Rezipienten ist schlie&#223;lich eine der Funktionen &#228;sthetischer Gestaltung. Es gen&#252;gt jedoch nicht, eine Bem&#228;chtigungsfantasie zu behaupten, da w&#252;rde ich schon gern den einen oder anderen Beleg sehen - selbst nachvollziehen kann ich diese Behauptung leider weiterhin nicht.<br />
Was ist und was darf Pornografie? Wenn man sagt, dass pornografische Darstellungen insofern weniger komplex sind als andere Werke der jeweiligen Kunstgattung, als sie sich auf die sexuelle Erregung des Rezipienten beschr&#228;nken, dann k&#246;nnte man sich evtl. darauf einigen, kulturell zu einem gegebenen Zeitpunkt besonders aufgeladene Themen aus der Pornografie herauszuhalten. KZ-Sex z.B. findet wohl nur in den USA ein begeistertes Publikum, sowas gilt hier m.E. zu Recht als geschmacklos. Im Krimi geilt sich wohl nur ein kleiner Teil des Publikums am blutigen Abschlachten der Opfer sexuell auf, und auf jeden Fall ist die Darstellung in der Regel nicht auf sexuelle Erregung ausgerichtet. Da liegt ein Unterschied.<br />
Ich muss sagen, dass Humbert Humbert den sexuellen Verkehr mit minderj&#228;hrigen M&#228;dchen sowohl als erstrebenswert wie auch als leicht zug&#228;nglich darstellt, so etwas habe ich anderswo kaum je gelesen. Weshalb &#8220;Lolita&#8221; in Europa nie in Verdacht geriet, ist ein wahres Wunder.</p>
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		<title>Kommentar zu Retro wozu? Etwas Schaumschl&#228;gerei von Olivier Bouillère von Stefan Broniowski</title>
		<link>http://www.schwule-literatur.de/340/retro-wozu-etwas-schaumschlaegerei-von-olivier-bouillere/comment-page-1/#comment-129814</link>
		<dc:creator>Stefan Broniowski</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 10:46:33 +0000</pubDate>
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		<description>F&#252;r S&#228;tze wie "Seine Metrostation hei&#223;t ja auch Oberkampf und nicht mehr St-Germain-des-Prés. Weil ihm das nat&#252;rlich v&#246;llig klar ist, stimmt der Kritiker seinen Text darauf ab" muss man die Postings von JJ Schlegel einfach lieben. Das hat was von einem Apollinaire-Gedicht. (Die Adresse von P.O.L. ist &#252;brigens rue Saint-André-des-art, was sagt uns das?)

Zu Bouillères "Retro": Auch ich habe das Buch nicht gelesen (was sind das hier eigentlich f&#252;r Konfessionen ...), mir gen&#252;gt aber der Eindruck, den die vom franz&#246;sischen und deutschen Verlag als PDFs zur Verf&#252;gung gestellten Ausschnitte mir vermitteln, um die negativen Urteil von Schulz und Batholomae best&#228;tigt zu finden. Auf Grund bescheidenster Sprachkenntnisse wage ich zwar nicht, das Original zu beurteilen - ein Kritiker nannte diese Prosa "trocken", das kann ein Reizhusten aber auch sein -, die &#220;bersetzung jedenfalls ist grottenschlechtes Deutsch. Manchmal k&#246;nnte man glauben, es sei eine &#220;bersetzungsmaschine im Spiel gewesen. (Wer "salon" mit "Salon" statt mit "Wohnzimmer" &#252;bersetzt, dem ist gewiss alles zuzutrauen.) Stofflich geht's, von ein bisschen Pimmelnuckeln am schlafenden Knaben abgesehen, vergleichsweise harmlos zu. Die inkriminierten Sauereien werden wohl erst in sp&#228;teren Kapiteln zu finden sein. Was ich gelesen habe, ist jedenfalls so fade wie der TV-Auftritt des Autors (siehe YouTube).

Sprechen wir also nicht &#252;ber "Retro", sehr gern. Eine Frage habe ich aber doch noch. Kann mir bitte irgendjemand erkl&#228;ren, was Pornographie ist? Die lexikalischen und juristischen Definitionen kenne ich - aber in der Sache? Glaubt au&#223;er mir wirklich jeder, dass es das wirklich gibt?

Wenn Paul Schulz schreibt: "Der Text ist eindeutig dazu gebaut, dem Leser Lust an der Bem&#228;chtigung des Kinderk&#246;rpers durch Erwachsene zu machen und schildert das Unbehagen des Kindes als Teil eben jener Lust. Und ich finde, das geht so nicht.", so erstaunt mich daran nicht erst der zweite Satz, sondern schon das kr&#228;ftige Selbstbewusstsein des ersten. Woher wei&#223; ein Kritiker eigentlich, was ein Leser unbedingt empfinden muss? Nicht, dass es nicht objektive Strukturen von Texten g&#228;be, die die m&#246;glichen Wirkungen bestimmen. Aber welche Wirkungen vom Leser realisiert werden, bleibt doch wohl immer noch diesem &#252;berlassen und wird je nach Vorliebe verschieden sein. Derselbe Text, der dem einen T&#228;terlust einfl&#246;&#223;t, mag den anderen anwidern. Wenn nun aber gerade das der vom Autor intendierte Effekte w&#228;re, zur absto&#223;enden Identifizierung zu verleiten?

Doch auch abgesehen von m&#246;glichem moralische Zweck: "Geht" nur Literatur, die das Gute, Wahre und Sch&#246;ne anbietet? Und "geht" dann nicht alle Literatur, die Unethisches darstellt, "so nicht"? Warum soll sich, die Welt der Literatur ist voll davon, der Leser mit L&#252;gnern, Dieben und Killern identifizieren d&#252;rfen, mit "Kindersch&#228;ndern" aber nicht?

W&#252;sste ich also endlich, was Pornographie "an sich" ist (also jenseits kontingenter Normen und willk&#252;rlicher Setzungen), w&#252;sste ich wohl auch, warum unter allen m&#246;glichen &#220;belt&#228;tereien den als sexuell qualifizierten ein Sonderstatus einger&#228;umt wird und unter diesen den p&#228;dosexuellen ein noch besondererer. Vielleicht hat ja jemand Lust, mich aufzukl&#228;ren. Merci.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r S&#228;tze wie &#8220;Seine Metrostation hei&#223;t ja auch Oberkampf und nicht mehr St-Germain-des-Prés. Weil ihm das nat&#252;rlich v&#246;llig klar ist, stimmt der Kritiker seinen Text darauf ab&#8221; muss man die Postings von JJ Schlegel einfach lieben. Das hat was von einem Apollinaire-Gedicht. (Die Adresse von P.O.L. ist &#252;brigens rue Saint-André-des-art, was sagt uns das?)</p>
<p>Zu Bouillères &#8220;Retro&#8221;: Auch ich habe das Buch nicht gelesen (was sind das hier eigentlich f&#252;r Konfessionen &#8230;), mir gen&#252;gt aber der Eindruck, den die vom franz&#246;sischen und deutschen Verlag als PDFs zur Verf&#252;gung gestellten Ausschnitte mir vermitteln, um die negativen Urteil von Schulz und Batholomae best&#228;tigt zu finden. Auf Grund bescheidenster Sprachkenntnisse wage ich zwar nicht, das Original zu beurteilen - ein Kritiker nannte diese Prosa &#8220;trocken&#8221;, das kann ein Reizhusten aber auch sein -, die &#220;bersetzung jedenfalls ist grottenschlechtes Deutsch. Manchmal k&#246;nnte man glauben, es sei eine &#220;bersetzungsmaschine im Spiel gewesen. (Wer &#8220;salon&#8221; mit &#8220;Salon&#8221; statt mit &#8220;Wohnzimmer&#8221; &#252;bersetzt, dem ist gewiss alles zuzutrauen.) Stofflich geht&#8217;s, von ein bisschen Pimmelnuckeln am schlafenden Knaben abgesehen, vergleichsweise harmlos zu. Die inkriminierten Sauereien werden wohl erst in sp&#228;teren Kapiteln zu finden sein. Was ich gelesen habe, ist jedenfalls so fade wie der TV-Auftritt des Autors (siehe YouTube).</p>
<p>Sprechen wir also nicht &#252;ber &#8220;Retro&#8221;, sehr gern. Eine Frage habe ich aber doch noch. Kann mir bitte irgendjemand erkl&#228;ren, was Pornographie ist? Die lexikalischen und juristischen Definitionen kenne ich - aber in der Sache? Glaubt au&#223;er mir wirklich jeder, dass es das wirklich gibt?</p>
<p>Wenn Paul Schulz schreibt: &#8220;Der Text ist eindeutig dazu gebaut, dem Leser Lust an der Bem&#228;chtigung des Kinderk&#246;rpers durch Erwachsene zu machen und schildert das Unbehagen des Kindes als Teil eben jener Lust. Und ich finde, das geht so nicht.&#8221;, so erstaunt mich daran nicht erst der zweite Satz, sondern schon das kr&#228;ftige Selbstbewusstsein des ersten. Woher wei&#223; ein Kritiker eigentlich, was ein Leser unbedingt empfinden muss? Nicht, dass es nicht objektive Strukturen von Texten g&#228;be, die die m&#246;glichen Wirkungen bestimmen. Aber welche Wirkungen vom Leser realisiert werden, bleibt doch wohl immer noch diesem &#252;berlassen und wird je nach Vorliebe verschieden sein. Derselbe Text, der dem einen T&#228;terlust einfl&#246;&#223;t, mag den anderen anwidern. Wenn nun aber gerade das der vom Autor intendierte Effekte w&#228;re, zur absto&#223;enden Identifizierung zu verleiten?</p>
<p>Doch auch abgesehen von m&#246;glichem moralische Zweck: &#8220;Geht&#8221; nur Literatur, die das Gute, Wahre und Sch&#246;ne anbietet? Und &#8220;geht&#8221; dann nicht alle Literatur, die Unethisches darstellt, &#8220;so nicht&#8221;? Warum soll sich, die Welt der Literatur ist voll davon, der Leser mit L&#252;gnern, Dieben und Killern identifizieren d&#252;rfen, mit &#8220;Kindersch&#228;ndern&#8221; aber nicht?</p>
<p>W&#252;sste ich also endlich, was Pornographie &#8220;an sich&#8221; ist (also jenseits kontingenter Normen und willk&#252;rlicher Setzungen), w&#252;sste ich wohl auch, warum unter allen m&#246;glichen &#220;belt&#228;tereien den als sexuell qualifizierten ein Sonderstatus einger&#228;umt wird und unter diesen den p&#228;dosexuellen ein noch besondererer. Vielleicht hat ja jemand Lust, mich aufzukl&#228;ren. Merci.</p>
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