Peter Hofmann und die Dialoge

Ich sollte mich eigentlich nicht zu Autoren anderer Verlage äußern, deshalb stelle ich hier einfach mal eine Frage: Bei der Lektüre von Peter Hofmanns „Im Norden“ reden sich die armen Menschen um Kopf und Kragen, aber leider ist ein erstaunlich großer Teil dieser Dialoge – na, ja – doch sehr banal. (Ist doch keine Frage geworden, Mist.) Kommt das anderen auch so vor? (Da ist die Frage! gerettet)

7 Gedanken zu „Peter Hofmann und die Dialoge

  1. Ich habe das Buch nicht gelesen, überhaupt noch keines von Peter Hofmann. Dennoch fand ich gerade diesen Beitrag besonders erstaunlich, weil man richtig merkt, dass du als Verleger dich zierst, aber doch nicht zurückhalten kannst mit deinem Kommentar. Und letztlich ist das sicher der Grund, weshalb der Beitrag missglückt ist. So wie er da steht, ist es lediglich ein Loswerden einer persönlichen Meinung, die so eigentlich nicht hätte losgelassen werden dürfen, nun aber mit einer schlecht getarnten rethorischen Frage abschließt und vielleicht zurecht noch keine Reaktion bekommen hat.
    Du brichst hier also angekündigt deine Prinzipien, um einem Leser gleich klarzumachen, dass du es nicht so meinst, dass du sowas im Grunde nicht tust. Klar, es macht einen schlechten Eindruck, wenn man als Verleger das Produkt der Konkurrenz schlecht bespricht. Aber offensichtlicher als in diesem Beitrag kann dies nicht geschehen. Wenn anstatt der Frage erst die eigene Meinung kund getan wird und danach lediglich eine Scheinfrage folgt, die nur ein JA zur Antwort haben will, hilft der ganze Zirkus von zuvor auch nicht mehr. Die Kommentare in Klammern wirken auf mich auch eher halbherzig als Versuch, den kompletten Beitrag noch mal abzuschwächen.
    Das Ganze ist sicher nicht so gewollt, wie es nun bei mir angekommen ist, unterstelle ich einfach mal. Vielmehr glaube ich, dass du den Autoren vielleicht sogar schätzt und nun gerade in diesem Roman auf Dialoge gestoßen bist, die wohl in deinem Verlag nicht so aufs Papier gekommen wären. Weil dich das ärgert, da möglicherweise die Chance vertan wurde, ein besseres Buch zu veröffentlichen, möchtest du dies hier besprechen. Das allerdings missglückt, wie oben schon auseinandergenommen, weil es da ja noch sowas wie Etikette gibt.
    Was ich daran so interessant finde? Allein die Frage, warum es unschicklich ist, als Verleger ein Buch eines anderen Verlages vernünftig zu besprechen? Eine Meinung hat jeder – gut, nicht jeder sollte sie auch kundtun (Prinzipien) -, aber gegen eine gut begründete Meinung kann doch eigentlich trotz Etikette und Prinzipien überhaupt nichts sprechen.

    Yam

    P.S.: Ich habe übrigens jetzt mal nachgeschaut, von welchem Buch hier überhaupt die Rede ist. Ich muss sagen, dass ich die Aufmachung und das Thema sehr interessant finde und auch das Probekapitel überzeugt – allein der Einstieg, der erste Satz macht mich ja schon neidisch. Also war der Beitrag damit wohl verkaufsfördernd ;o)

  2. Danke für die Reaktion! Mir wird sonst gern vorgeworfen, zu „apodiktisch“ zu schreiben, und jetzt wollte ich einfach mal in klassischer Blog-Manier schnell einen Gedanken loswerden. Wahrscheinlich war es blöd, dabei zugleich Etikettefragen anzusprechen und mich einerseits zu „zieren“, andererseits aber gegen die eigenen Bedenken zu verstoßen. In Zukunft äußere ich mich dann lieber wieder „richtig“.
    Es ist aber auch schwierig, sich als Verleger über Bücher zu unterhalten: Wenn es Bücher aus dem eigenen Verlag sind, sollte man Kritikern nicht widersprechen, und wenn sie aus anderen Verlagen sind, sollte man selbt gar nichts sagen, so oder so hat man die Arschkarte gezogen. Und dabei ist für mich eine solche Auseinandersetzung wichtig, um immer mal wieder die eigenen Kriterien zu überprüfen.
    Was Peter Hofmann angeht, hast Du übrigens das richtige Gespür gehabt: Ich schätze den Autor und war deshalb ehrlich überrascht/ enttäuscht.

  3. Ich habs gelesen, und das Buch erfüllt nur einen Zweck: Die Liste von von schwuler Betroffenheitsliteratur ins Unendliche zu verlängern: „Mir fehts schlecht, buh, warum erkennt niemand, was für ein toller Mensch ich bin, nochmal buh, und wenn ER mich dann zum Schluß will, ziecke ich lieber rum.“ Unbedeutende Heulsusenliteratur.

    Aber. Ws ist das denn für ein Quatsch, Herr Bartholomae:

    „Wenn es Bücher aus dem eigenen Verlag sind, sollte man Kritikern nicht widersprechen, und wenn sie aus anderen Verlagen sind, sollte man selbt gar nichts sagen, so oder so hat man die Arschkarte gezogen.“

    Ein Verleger sollte im Gegenteil wie ein Irrer seine Bücher und Autoren verteidigen!

  4. Als Verleger setzt man sich in jeder nur denkbaren Form für seine Autoren ein, das ist klar. Veröffentlichten Kritiken öffentlich zu widersprechen, ist allerdings tabu – Sie werden auch keine anderen Verleger finden, die das tun.

  5. Folgendes: In ihrer Funktion als Joachim kann die Verlegerin von mir aus zu allem und jedem eine Meinung haben, von dem sie etwas versteht. Die Meinungsfreiheit endet für sie ja nicht beim Betreten ihres Verlages.
    Schwieriger würde es, wenn sie versuchte, ihr literarisches Gewicht in die Waagschale zu werfen(nicht lachen bitte, es ist keine Anspielung beabsichtigt), um zu verhindern, dass ihr unliebsame Werke in den Handel kämen. Was sie auch nicht dürfte: Konkurrenzprodukte unter einem Pseudonym schlecht machen.
    Was ich dennoch nicht verstehe, ist, dass ausgerechnet beim Herrn Hofmann auf Beißhemmung gemacht wird, während an den Werken nicht, oder nicht maßgeblich, tragisch veranlagter Autorinnen und Autoren bei sich bietender Gelegneheit gerne auch mal aufs Ganze gegangen wird — wird hier mit zweierlei Maß gemessen, Liebes? Ist der Hofmann besonders schutzbedürftig, weil er ’ne Homolette ist? Ich glaube, nicht…
    Rhetorik und daraus abgeleitete Eigenschaftswörter haben übrigens nix mit germanischen Sagengestalten zu tun, nur apropos

  6. Ich fänds ja interessanter, etwas über die Blog-Themen, statt über die Schreibweise zu lesen. Wen ich wie angreife, ist meine Sache und gehört nicht hierher.

  7. Hier war ein ganzer Schwung von Kommentaren in kyrillischer Schrift eingegangen. Ich habe diese Kommentare gelöscht, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass einer der Besucher des Blogs sie lesen kann. Die Autoren mögen bitte nicht böse sein, besser noch: lateinische Buchstaben verwenden!

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